Vielleicht haben Sie Ihren Wohnort und Ihr Haus schon einmal aus der Vogelperspektive gesehen. Diese Sichtweise ist für die meisten Menschen eine Bereicherung. Oder haben Sie sich schon einmal den Informationsgehalt eines Luftbildes vor Augen geführt?
Die Erdoberfläche mit ihrer Topografie wird in einem Luftbild real dargestellt. Es bereitet keine Schwierigkeit, in dem Luftbild mit einfachen Hilfsmitteln Gebäude, Straßen, Vegetation und sogar Gullydeckel zu erkennen. Um ein Luftbild zu lesen, benötigen Sie keine Erläuterung (Legende), wie beispielsweise bei einer topographischen Karte.
Luftbilder werden aus Bildflugzeugen mit senkrecht nach unten gerichteten Kameras höchster Präzision aufgenommen. Bei den Bildflügen wird ein bestimmtes Gebiet in Nord-Süd- oder in Ost-West-Richtung beflogen. Die Bilder werden in fortlaufenden Streifen so aufgenommen, dass sie sich jeweils um 60 % überlappen. Bilder benachbarter Streifen überlappen sich jeweils um 30 %. So wird das gesamte Gelände lückenlos erfasst. Benachbarte Einzelbilder erlauben mit Hilfe entsprechender Geräte eine stereoskopische Betrachtung des überlappenden Gebietes, wobei ein räumlicher Eindruck des Geländes aus der Vogelperspektive vermittelt wird.
In Niedersachsen wurde bis 2006 nach einem festgelegten Bildflug-Programm jährlich 1/5 des Landesgebietes beflogen, wobei die Abgrenzung des Befliegungsgebietes sich nach den topographischen Karten richtete.
Ab 2007 wird jährlich 1/4 des Landesgebietes beflogen, die Abgrenzung folgt nun den Landkreisgrenzen (Übersicht). Die Ergebnisse dienen insbesondere der Herstellung und Fortführung des Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystems ATKIS®.
Digitale Orthophotos (DOP) werden durch ein besonderes Verfahren aus Luftbildern hergestellt. Sie sind hochauflösende, verzerrungsfreie Abbildungen der Erdoberfläche und werden jeweils im Anschluss an eine Befliegung für die neu erfassten Gebiete berechnet.